Meine Pinnwand:

Hinweis: Alle Fotos © Bera, Privat (sofern nicht anders ausgewiesen)



© Felber



Nimm eins, lies eins, lass eins hier ...


Zweites Bücherhäuschen in der Siedlung Gorinsee



© B. Bera
Gor./kla Das lang erwartete Bücherhäuschen in der Siedlung Gorinsee in der Karl-Göbel-Straße 36 ist nun endlich zu einer festen und aus dem Kulturleben der Siedlung sicher bald nicht mehr weg­zu­denkenden Größe geworden (was auch an der soliden Konstruk­tion liegt).

Conni Bera, die den Stein – pardon, die Sache – ins Rollen brachte, zeigt sich erleichtert und zufrieden: „Ein kleiner Schritt für die Siedlung, ein großer für ... na, Sie wissen schon ... Und schön sieht es auch noch aus.” Dem können wir uns nur anschließen (siehe Bild links)!

Die Benutzung ist denkbar einfach: Nimm eins, lies eins, lass eins hier ...

Die feierliche Eröffnung fand am 7. August 2018 um 18 Uhr statt. Das Datum war nicht zufällig gewählt worden, ist es doch auch zugleich Jahrestag gleich mehrerer, in der Literaturwelt beachteter Ereignisse:
• Vor 137 Jahren, am 7. August 1881, erschien in Rom die erste Geschichte über die Abenteuer des Pinocchio, verfasst von Carlo Collodi.
• 3 Jahre später, am 7. August 1884, wurde der deutsche Schriftsteller Lion Feuchtwanger geboren.
• Und am 7. August 1910, also vor genau 108 Jahren, wurde die Schriftestellerin Monika Mann als Tochter von Thomas Mann geboren.

Alle Anwohner, Durchreisenden und überhaupt alle literarisch Interessierten sind ab sofort herzlich eingeladen, das Bücher­häuschen intensiv zu nutzen. Und für Fragen und literarische Gespräche steht Frau Bera gern zur Verfügung (einfach die Klingel in unmittelbarer Nähe nutzen).





Till Eulenspiegel im Bienenkorb


(Anonymus)


Vor einiger Zeit kam Eulenspiegel in ein Dorf, in dem die Leute ihr Erntefest feierten. Kurz vor Mitternacht war nun der gute Eulenspiegel so müde vom Tanzen und hatte auch viel Wein getrunken. Er suchte sich ein Plätzchen, wo er ungestört schlafen konnte.

Da fand er hinten in einem Hof einen Haufen Bienenstöcke stehen. Dort lagen auch vier Bienenstöcke, die leer waren. Also kroch er in einen leeren Stock, der nebst den Bienen lag und schlief bald ein.

Nun kamen in selbiger Nacht zwei Diebe und wollten einen Bienenstock stehlen. Der eine meinte zum anderen: „Ich habe mal gehört, welcher der schwerste Bienenkorb sei, der sei auch der beste.” Sie hoben nun die Körbe nacheinander auf und als sie zu dem Korb kamen, worin Eulenspiegel lag, war selbiger der schwerste. Da sprachen sie: „Das ist der beste”. Und sie nahmen diesen und trugen ihn fort.

Jetzt erwachte Eulenspiegel und hörte ihr Schnaufen. Nun ergab es sich, dass es so finster war, dass keiner den anderen sehen konnte. Da griff Eulenspiegel aus dem Korb dem vordersten ins Haar und rupfte ihn tüchtig. Der war nun zornig auf den hintersten und meinte, er hätte ihn bei den Haaren gezogen und fluchte auf ihn. Der hinterste sprach: „Träumt Dir? Wie kann ich Dich bei den Haaren ziehen? Ich kann kaum den Bienenstock mit meinen Händen halten!”

Eulenspiegel lachte heimlich und dachte: „Das Spiel wird gut werden" und wartete, bis sie wieder eine Weile gegangen waren. Da rupfte er den hintersten auch. Der ward noch zorniger und sprach: „Ich trage, dass mir die Schultern krachen und du ziehst mich so am Haar.” Der vorderste sprach: „Wie soll ich Dich bei den Haaren ziehen? Ich kann ja kaum den Weg vor mir sehen!” Und er wurde so zornig, dass er den Bienenstock fallen ließ. Der hinterste tat das gleiche und sie purzelten durcheinander und keiner wusste, wo der andere blieb. Den Bienenstock aber ließen die Diebe liegen.

Als Eulenspiegel hörte, dass sie fort waren, schaute er aus dem Korb hervor und da er sah, dass es noch finster war, blieb er darin liegen, bis es heller Tag ward. Da kroch er aus dem Bienenstock und wusste gar nicht, wo er war. Doch endlich kam er zu einer Burg, wo er sich fortan als Küchenjunge verdingte.




Leipziger Buchmesse 2018: Ich mit meinem Buch
„Mit der Postkutsche durchs Märchenland”



Leipziger Buchmesse 2018:
Kathrin Kolloch vom Spica Verlag
und die Autorinnen Karola Soldmann und Ines Schmidt.










G E D I C H T  D E S  M O N A T S
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Rainer Maria Rilke
österreichischer Erzähler und Lyriker (1875 - 1926)


Der Abend ist mein Buch


Der Abend ist mein Buch. Ihm prangen
die Deckel purpurn in Damast;
ich löse seine goldnen Spangen
mit kühlen Händen, ohne Hast.

Und lese seine erste Seite,
beglückt durch den vertrauten Ton, –
und lese leiser seine zweite,
und seine dritte träum ich schon.


Quelle: Rilke, Gedichte. Mir zur Feier, 1909


Anmerkung: Diese Zeilen stammen aus einem Brief von Rainer Maria Rilke „an einen jungen Dichter” (Franz Xaver Kappus), in dem sie eingestreut sind. Wer die hier vorliegende Fassung formuliert hat, ist unbekannt. Der Titel "Über die Geduld" stammt jedenfalls nicht von Rilke selbst!

Zum Brief: www.rilke.de/briefe/230403.htm

Warum der Monat Februar nur 28 Tage hat
(ein niederländisches Märchen)

Als die Welt gerade geschaffen war und die Monate noch jung waren, spielten die zwölf Monate gern miteinander Karten. Besonders der Februar liebte das Kartenspiel über alles. Leider hatte er selten Glück und verlor oft.

Eines Tages spielte er mit seinen Brüdern März und Januar. Wieder verlor er.

Nun war alles verloren, was er besessen hatte.

Trotzdem wollte der Februar es noch einmal mit einem Spiel versuchen. Er hoffte, alles zurück zu gewinnen. Doch der Februar hatte kein Glück.

Um seinen Verlust zu bezahlen, musste er jedem der beiden Mitspieler einen Tag schenken.


So kommt es, dass Januar und März 31 Tage haben und dem Februar nur 28 Tage bleiben.





Ooops, das war leider die letzte Nadel. Ich muss erst neue kaufen.

Verkürzen Sie sich die Wartezeit und schauen Sie sich noch etwas auf der ersten Seite um . . .